Rotwein – Darauf sollte man achten

Wein, insbesondere Rotwein, ist nicht nur ein Genuss, sondern ein Kulturgut, das die alten Römer in das südwestliche Gebiet des heutigen Deutschland mitgebracht und kultiviert haben. Was wäre ein gutes Essen, ohne den dazu passenden Wein? Aber um einen edlen Tropfen zu finden, sollte man sich beim Kauf doch etwas auskennen. Zumindest dann, wenn man im Supermarkt oder Discounter vor den vollen Getränkeregalen steht. Im Gegensatz zu einem Weingut oder im Fachhandel kann der Wein hier nicht probiert werden, und man tappt leichter in die Falle einen „billigen Fusel“ zu erwischen.

Das Etikett – ein erster Hinweis.

Zunächst hilft der Blick auf das Etikett. Hier sind Herkunft, Jahrgang, Rebe und unter Umständen ein Qualitätssiegel angegeben. Der Jahrgang selbst besagt nicht unbedingt etwas über die Qualität des Weines. Aber ein genauer Blick auf den Erzeuger kann sich lohnen. Leider ist auf dem Etikett meist nicht angegeben, um welche „Art“ von Erzeuger es sich handelt. Ist dort von „Erzeugergemeinschaften“ oder „Winzergenossenschaften“ die Rede oder die Angabe „abgefüllt von der Firma…“, ist eher kein Weingenuss zu erwarten. Da diese Angaben nicht immer auf den Flaschen vermerkt sind, hilft ein Blick in die Literatur. Es gibt zahlreiche kleine Weinführer, die alle Weine zusammen mit deren Herkunftsort, Jahrgang, Rebe und dem Erzeuger auflisten. Bei kleinen Familienbetrieben hingegen, kann man sich der Qualität des Weines fast sicher sein.

Niedriger Preis = kein Genuss?

Vor allem im Supermarkt und inzwischen auch in diversen Discountern werden Rotweine unter 5 Euro angeboten. Rotwein als Genuss – für 2,99 Euro? Es gilt zwar nicht die Regel: je teurer, desto besser. Aber im Preisbereich unter 5 Euro ist nicht zu erwarten, dass es sich um einen guten Tropfen handelt. Gut beraten ist der Käufer, wenn er sich an Rotweine im Preissektor zwischen 8 und 10 Euro orientiert. Hier erhält man schon sehr gute Rotweine für sein Geld.

Die äußeren Werte.

Ein Qualitätsindiz kann auch das Äußere der Flasche geben. Dickwandige Flaschen mit starken Vertiefungen am Boden, sind für den Hersteller teurer. Er wird kaum einen billigen Fusel in eine hochwertige, teure Flasche abfüllen. Auch ein Blick auf den Verschluss kann weiterhelfen. Heute sind sowohl Rotweine mit Korkverschluss aus Kunststoff, Naturkork oder Schraubverschluss erhältlich. Die Annahme Schraubverschlüsse seien minderwertig, und einen guten Rotwein zeichnet ein Korkverschluss aus Naturkork aus, gilt heute nicht mehr. Gerade aus Deutschland und Österreich kommen Rotweine mit Schraubverschlüssen von hoher Qualität, auch im höherer Preissegment. Beim Korkverschluss allerdings, sollte man sich von solchen fernhalten, die eindeutig als Kunststoff zu erkennen sind.

Appelationen.

Ob man einen Silvaner einem Merlot vorzieht, ist natürlich individuelle Geschmackssache. Orientieren kann man sich aber an den Herkunftsbezeichnungen, die je nach Land anderst lauten. Die Appelation „AOC“, steht in Frankreich für „Appelation d`Origine Contrôlée „, in Italien geben die Appelationen DOC (Denominazione di origine controllata) und DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) Qualität an. Findet man diese Bezeichnungen auf dem Etikett, ist gewährleistet, dass der Hersteller bestimmte Regeln bezüglich Lagerung und Cuvée befolgt hat.